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Das Lalish Theaterlabor

Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur

1998 gründen Nigar Hasib und Shamal Amin das Lalish Theaterlabor als ein "Forschungszentrum für Theater und Performance-Kultur", und eröffnen im Juni 2000 einen eigenen Theaterraum, bzw. ein Laboratorium in Wien.

»Der Weg unserer Laborarbeit führt zur Entdeckung einer neuen Verbindung aus Stimme, Bewegung und dem Leben als Ganzes. Die Aufhebung der Trennung zwischen Kunst und Leben, zwischen den ästhetischen und alltäglichen Werturteilen ist ein entscheidender Faktor für alle unsere Forschungsprojekte.«
Shamal Amin und Nigar Hasib zu Ihrer Theater- und Forschungsarbeit.

Schwerpunkte und Ziele
Ziel des Lalish Theaterlabors ist ein transkultureller Austausch und die Schöpfung eines "Anwesenden Körpers in Raum und Zeit" durch die Erforschung der Körper- und Stimmtechniken nordmesopotamischer, ost- und südostanatolischer Performance-Kultur, sowie westlicher Performance-Kultur/Kunst, um neue Performancewege zu ermöglichen. Dabei handelt es sich aber nicht um die Suche nach einer bestimmten Identität des Individuums, sondern nach dessen verschiedenen Identitäten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ritualisierung der Kritik in dieser globalisierten Zeit und die Weiterentwicklung ritueller Grundelemente in der Performancearbeit. Dies nicht nur in Bezug auf den Gebrauch dieser Elemente als Instrumente für den Kontakt und die Kommunikation, sondern als Versuch, das erstarrte Konzept und den maschinellen Rationalismus des Zentralismus zu überschreiten und zu dekonstruieren.

Nigar Hasib und Shamal Amin setzen nicht nur Ihre Forschungsprojekte in verschiedenen experimentellen performativen Treffen um, sondern führen westliche mit nichtwestlichen WissenschaftlerInnen bzw. Kunst- und Kulturschaffenden in den "Interkulturelle Dialoge" in der Form von internationalen Symposien, Vortragsreihen und Podiumsdiskussionen zusammen.
Sie unternehmen jährliche Tourneen durch Europa, Nordafrika und Asien und sind HerausgeberInnen der "Lalish-Zeitschrift" für Forschungsprojekte des Lalish Theaterlabors.

Stimme, Körper und Raum
»Wir wollen kein Theater im herkömmlichen Sinn dieses Wortes machen, sondern wir unternehmen eine Reise. Diese Reise ist ein Prozess der Selbsterkenntnis, der Selbstäußerung in einem feierlichen Akt.«
Shamal Amin

Shamal Amin und Nigar Hasib versuchen immer einen leeren Raum zu schaffen, der durch Stimme und Bewegung erfüllt wird. Ein Raum, in dem die Umgebung zu einem "Überall und Nirgends" - zu einem Ritualort wird und die Zeit sich in ein "Immer und Nie" - in eine Ritualzeit verwandelt.
In den experimentellen rituellen Performancearbeiten des Lalish Theaterlabors werden Lieder und Stimme nicht zur Vertiefung von dramatischen Handlungen eingesetzt, oder um zwei Szenen miteinander zu montieren oder um zu versuchen, den Inhalt eines Liedes zu verkörpern. Es werden auch keine Lieder für bestimmte Anlässe oder zu passenden Situationen gesungen. "Lieder als Quelle" im Lalish Theaterlabor überschreiten alle diese Grenzen und dekonstruieren solche Techniken.

Nigar Hasib beschreibt diesen Prozess so:
»Lieder schaffen unsere Handlungen, aber unsere Handlungen interpretieren nicht lexikalisch unsere Lieder. Somit hat jedes Lied, jede Stimmaktion in ihrer Art eine präzise Bewegungspartitur für den Körper. Der Körper handelt unmittelbar mit dem ‚Leben der Töne', und sein Tun bleibt nicht nur rein technisch, sondern wird organisch. Bei dieser Art zu handeln wird der Körper nicht ein Teil der Stimme, und die Stimme nicht ein Teil des Körpers, sondern Stimme und Körper bilden eine Einheit, weil eben diese Einheit die Quelle der Äußerung ist.«

Künstlerischer Austausch
Die Lalish Forschungsprojekte wurden in Kurdistan, Irak, Ägypten, Tunesien, Österreich, Deutschland, Holland, England, Frankreich, Schweiz, Schweden, Dänemark, Polen, Griechenland, Kosovo, Ukraine und Japan durchgeführt und von verschiedenen Institutionen, internationalen KünstlerInnen, TheaterwissenschaftlerInnen und EthnologInnen als ein neuer Weg zur Performancearbeit und zum experimentellen Ritualisierungsprozess betrachtet.
Es findet laufend ein Austausch mit Künstlerinnen und Künstlern sowie internationalen Theatergruppen aus der Schweiz, Frankreich, Italien, Japan, Polen, dem Afrikanischen und Arabischen Raum statt: Parata Labor von Walter Pfaff, Workcenter of Jerzy Grotowski and Thomas Richard/Pontadera, Odin Theatre in ISTA (unter der Leitung von Eugenio Barba)



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Das Lalish Theaterlabor

Nigar Hasib
Shamal Amin
Shamal Amin zu Faek Rasul

Faek Rasul
Faek Rasuls Arbeiten "Erinnerungen"

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